Historie

Unsere Schule kann auf eine lange und erfolgreiche Geschichte und Tradition zurückblicken. Sie ist in Bayern die Zelle, der Ursprung sowohl der Montessori-Bewegung wie der Inklusion. Seit unserem Beginn im Jahre 1968 wurde eine Pädagogik verwirklicht, die beides –Montessori-Pädagogik und Inklusion – eng miteinander verbindet. In unserer Schule ist das eine ohne das andere nicht denkbar.

Geschichtliche Entwicklung

Unsere große Einrichtung hat einmal klein begonnen und verdankt ihr Bestehen der unnachgiebigen Aktivität des Pädiaters Prof. Dr. Theodor Hellbrügge.

1968 gründete er den ersten Montessori-Kindergarten für Kinder mit und ohne Behinderung.
Margarete Aurin, eine ehemalige Schülerin Maria Montessoris, war die Leiterin. Als die Kinder ins Schulalter kamen, erforderte die Vision Prof. Hellbrügges nach gemeinsamer Bildung aller Kinder den nächsten Schritt.

Gegen große Widerstände gelang es ihm 1970, eine Grundschule „für Schüler mit und ohne Behinderung“ (damalige Terminologie) ins Leben zu rufen, die als Schulversuch genehmigt wurde. Erste Lehrerin und langjährige Leiterin bis 1992 war Brigitte Ockel, Schülerin Mario Montessoris (Sohn Maria Montessoris). Bald zog die Schule aus dem Dantegymnasium in die Räumlichkeiten in der Reutberger Straße.

Schon damals war die Nachfrage besonders von Eltern mit Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf sehr groß. So entschloss man sich 1972 dem Schulversuch je eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und geistige Entwicklung anzugliedern. Schüler, Eltern und Lehrerkollegium erlebten die drei Schulen als eine Schule.

Die Schulen wuchsen, die Räumlichkeiten in der Reutberger Straße wurden zu klein und Schüler und
Lehrer fanden weiteren Platz in den Pavillons des ehemaligen Planungszentrums für die olympischen Anlagen im Olympiapark am Willi-Gebhardt-Ufer.

Diese Zeit bedeutete aber auch zu wirken und zu kämpfen für die „Integration“ (= „wieder hereinholen“ und war unsere damalige Terminologie), für die Schule, für die Schüler. Zusammen mit Frau Brigitte Ockel baute Helga Voß-Rauter (Schulleiterin bis 2003) die Schule auf der pädagogischen Ebene nach innen, besonders aber auch auf der politischen Ebene nach außen auf. Die vielfältigen Erfahrungen unserer Montessori-Schule halfen später zahlreichen Initiativen beim Aufbau einer eigenen Montessori-Schule oder bei der Realisierung integrativer/inklusiver Projekte. Es entbrannte eine heute noch anhaltende Diskussion über Wege und Ziele der Integration/Inklusion, die bis in das staatliche Schulwesen hinein wirkte.

1983 erfolgte die Genehmigung des Schulverbundes aus Grundschule, Hauptschule, Schule zur Lernförderung und Schule zur geistigen Entwicklung im Rahmen eines Schulversuches, der in der Bundesrepublik Deutschland in diesem Umfang einmalig war: Schülerinnen und Schüler ohne und mit Behinderungen unterschiedlicher Art durften gemeinsam unter einem Dach bzw. innerhalb einer Klasse unterrichtet werden!
In dieser Zeit wurde der Neubau in der Heiglhofstraße geplant. Architekt Peter Schuck beobachtete die schulische Arbeit intensiv, um einen Weg zu finden, die Pädagogik auch in der Architektur widerzuspiegeln. Die Regierung von Oberbayern hat den ersten Schulneubau für integrative/inklusive und kooperative Schulformen in Bayern genehmigt.

Zum Schuljahr 1985/86 zogen 33 Klassen aus dem Olympiapark an den Stadtrand in den Neubau in der Heiglhofstraße in Großhadern. Die vier integrativen Grundschulklassen der Reutberger Straße blieben bis zum Sommer 2016 weiterhin dort als Stadtteilschule in Sendling.

1996 wurde der Schulversuch und seine wissenschaftliche Begleitung mit abschließenden Untersuchungen beendet. Man einigte sich auf eine Schulform, die es ermöglichte, die pädagogische Arbeit wie bisher weiter zu führen und trotzdem in das bayerische Schulrecht passte. So entstand ein Kompromiss und aus den drei Schulen wurde ein besonderes Förderzentrum:
„Privates Sonderpädagogisches Förderzentrum der Aktion Sonnenschein e.V., Schule für Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf“.

Wir sind eine staatlich genehmigte Privatschule im Rahmen des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesens (Art. 3, 90ff. BayEUG).

Im Jahr 2000 wurde der Ausbau unserer Berufsschulstufe genehmigt. Zu Beginn des Schuljahres 2002/03 wurde unsere erste M 10-Klasse gebildet mit dem Ziel, auch den Mittleren Bildungsabschluss an der Schule anbieten zu können. Seit dem Schuljahr 2004/05 ist auch diese Erweiterung genehmigt.

Seit Oktober 2009 sind wir Teilhaberschule der Montessori-Fachoberschule München-Freimann (MOS). Unsere Schülerinnen und Schüler, die den Mittleren Bildungsabschluss erreicht haben, können dort in frühestens zwei Jahren die fachgebundene Hochschulreife oder im Rahmen des Konzeptes MOS 13 nach frühestens 3 Jahren die allgemeine Hochschulreife erlangen. So haben unsere Schülerinnen und Schüler nun die Möglichkeit, den Montessori-Weg von der 1. bis zur 12./13. Klasse beschreiten zu können.

Unser neues Bildungsdorfkonzept sowie Platzknappheit aufgrund des Umzugs der Grundschulklassen aus der Reutberger Straße erforderten einen Erweiterungsbau, der zum Schuljahresbeginn 2016/2017 bezogen werden konnte.

Aktuelle Situation

Da der Verein „Aktion Sonnenschein e.V.“ sich im Jahr 2003 in eine Stiftung umgewandelt hat, ist seit dem die „gemeinnützige Schul-GmbH der Aktion Sonnenschein“ unser Schulträger, der auch den Kindergarten und die Heilpädagogische Tagesstätte in der Heiglhofstraße betreibt.

Zur Zeit werden an unserer Schule ca. 560 Schülerinnen und Schüler in 40 Klassen von einem multiprofessionellen Team, bestehend aus ca. 100 Lehrkräften unterrichtet. Laut Genehmigungsbescheid dürfen wir ca. 50% unserer Kinder und Jugendlichen ohne sonderpädagogischen Förderbedarf in unser Sonderpädagogisches Förderzentrum aufnehmen, die andere Hälfte setzt sich aus Schülerinnen und Schülern mit verschiedenen Behinderungen (Förderschwerpunkte Lernen, Sprache, Verhalten und geistige Entwicklung) zusammen.

Unsere Schülerinnen und Schüler kommen aus der Stadt München und der näheren, aber auch weiteren Umgebung. Wir achten darauf, dass der Schulweg für das einzelne Kind nicht zu zeitaufwändig und anstrengend wird. Für viele Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf können wir eine Busbeförderung anbieten. Im Rahmen der Schul-GmbH besteht die Möglichkeit für unsere SchülerInnen vor allem mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, bei Bedarf und entsprechenden Voraussetzungen einen Platz in unserer Heilpädagogischen Tagesstätte in der Heiglhofstraße zu beantragen.

Derzeit bieten wir ca. 100 Grundschülern eine Mittagsbetreuung an, die von Elterninitiativgruppen unserer Schule eigenverantwortlich organisiert und betreut wird.

Im Jahr 2020 feiern wir als größte und älteste Montessori-Schule in Bayern unsere 50-jähriges Jubiläum.