Stiftung Aktion Sonnenschein

Hilfe für das mehrfach behinderte Kind

Die Stiftung
oder: Wo die Fäden zusammenlaufen

Der Stiftung Aktion Sonnenschein – Hilfe für das mehrfach behinderte Kind wurden bei ihrer Gründung viele Ziele und Aufgaben mitgegeben. Mehr als sie (derzeit) finanziell zu leisten vermag. Im Wesentlichen gibt es zwei Gründe dafür:

  1. Sollte es in der Zukunft nicht mehr nötig sein bestimmte Dinge zu fördern, weil sie z.B. Standard geworden  sind (im Falle der Integration von Kindern mit und ohne Behinderungen sind wir ja schon ein gutes Stück weitergekommen) und der Staat sein System umstellt, soll sich die Stiftung auf Bereiche konzentrieren können, wo der Handlungsbedarf noch größer ist.
  2. Die pädagogischen Einrichtungen sind seit langem das Kernstück der Aktivität der Aktion Sonnenschein. Leider ist der Unterhalt und der weitere Ausbau sehr kostenintensiv. Um der Verantwortung gegenüber den Kindern und deren Eltern gerecht zu werden konzentrieren wir uns zunächst auf deren Erhalt und weiteren Entwicklung.

Die Aufgaben
oder: Was wir tun wollen

Die Stiftung Aktion Sonnenschein – Hilfe für das mehrfach behinderte Kind verfolgt den Zweck, behinderten und von Behinderungen bedrohten Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden möglichst umfassend zu dienen, um

  • Behinderungen möglichst zu vermeiden, (drohende) Behinderungen möglichst frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegen zu wirken,
  • vorhandene Behinderungen oder deren Auswirkungen durch medizinische, psychologische, therapeutische, pädagogische oder ähnliche Maßnahmen zu verringern, zu lindern –oder soweit möglich– zu beheben,
  • kompensatorische Fähigkeiten aufzubauen,
  • Selbständigkeit und Unabhängigkeit zu erlangen,

um damit zur Entfaltung aller Anlagen und Befähigungen beizutragen, die Integration in die Gesellschaft und in das Arbeitsleben zu fördern, insbesondere die Grundlage für die soziale und berufliche Eingliederung zu schaffen und Menschen mit Behinderung zu einem erfüllten Leben zu verhelfen.

Die Maßnahmen
oder: Was wir konkret machen

Die Stiftung Aktion Sonnenschein benötigt derzeit nahezu ihre gesamte Kraft, um die Angebote  der „Gemeinnützigen Schul-GmbH der Aktion Sonnenschein“ in der bisherigen Form aufrecht erhalten zu können.

Die Finanzierung
oder: Wie wir bezahlen, was wir tun

Die Stiftung Aktion Sonnenschein kann auf Erträge des Stiftungsvermögens zurückgreifen. Der weitaus größte Teil ihres Vermögens wurde in Immobilien investiert, die der Schul-GmbH kostenlos zur Verfügung gestellt  werden. Für den laufenden Betrieb ist die Stiftung Aktion Sonnenschein somit auf Spenden, Schenkungen, Erbschaften und Sponsoreneinnahmen angewiesen.

Seit ihrem Bestehen haben sich immer Menschen gefunden, welche die wichtige Arbeit der Aktion Sonnenschein unterstützt haben.

Helfen auch Sie uns helfen!

Jetzt Möglichkeiten ansehen

Meilensteine – 50 Jahre Aktion Sonnenschein und das Wirken Prof. Dr. Theodor Hellbrügges

1945/46
Begegnung Prof. Hellbrügges mit Lebensbornkindern, erste Beschäftigung mit geistiger Entwicklung von Kindern

ab 1951
Prof. Hellbrügge beginnt mit seiner Arbeit an der Münchnerfunktionellen Entwicklungsdiagnostik

1954-59
Studien zur Schulbelastung am Gymnasium

1959
Auszeichnung mit dem Moro-Preis der deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde für die Publikation „Schlafen und Wachen in der kindlichen Entwicklung“

1962
Publikation „Kindliche Entwicklung und Sozialumwelt“

1962
Publikation „Vorsorgeuntersuchungen bei Jugendlichen. Wissenschaftliche Beiträge zur Durchführung der Untersuchungen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz“

1960-65
Erstellung eines Gutachtens über den tageszeitlichen Aufbau des Schulunterrichts im Auftrag des Bayerischen Kultusministeriums

1964
Auszeichnung Prof. Hellbrügges mit der Ernst-von-Bergmann-Plakette durch die deutsche Bundesärztekammer

um 1965
Verpflichtende Kindervorsorgeuntersuchungen in Bayern auf Initiative von Prof. Hellbrügge

1966
Publikation des Handbuchbands „Soziale Pädiatrie der Kinderheilkunde“

1967
Erarbeitung einer ärztlichen Montessori-Pädagogik mit Hilfe von Margarete Aurin

19. März 1968
Gründung der Aktion Sonnenschein: Einrichtung eines Modellzentrums für Vor- und Fürsorge im Kindesalter mit Behandlungsräumen und einem integrativen Montessori-Kindergarten mit anfangs zehn Kindern

Gründungsmitglieder:
– Prof. Dr. Hellbrügge, damals Leiter der Forschungsstelle für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin der Universität München
– Dr. Johannes Pechstein und Dr. Michael Fischer, Mitarbeiter der Forschungsstelle
– Bernhard Uffrecht, GF des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes
– Erna Linhardt, Leiterin des Kinderschutzbundes Bayern
– Carl Friedrich Piepenburg, damals Chefredakteur der Zeitschrift Eltern
– Margarete Aurin, unmittelbare Schülerin Maria Montessoris

1970
Gründung der Montessori-Schule mit anfangs 26 Kindern
1970 – 1974: zu Gast im Dante-Gymnasium
ab dem Schuljahr 1972/1973 auch in der Reutberger Straße
ab dem Schuljahr 1973/1974 auch am Willi-Gebhardt-Ufer

1970
Begründung der Fachzeitschrift „Der Kinderarzt – Zeitschrift für
Kinderheilkunde und Jugendmedizin“

1972/73
Aufbau der Kindergarten-/Schulgruppen in der Reutberger Straße

Ab 1973/75
Ausarbeitung der Entwicklungsrehabilitation mit Hilfe von Václav Vojta

1973
Publikation „Die ersten 365 Tage im Leben eines Kindes“ – dieses Standardwerk wurde in 14 Sprachen übersetzt

1973
Verleihung des Theodor-Heuss-Preises an Prof. Hellbrügge durch den Bundespräsidenten Walter Scheel

1975
Publikation „Das sollten Eltern wissen. Über den Umgang mit unseren Kindern“

1977
Gründung der Heilpädagogischen Tagesstätte mit anfangs 24 Kindern

1977
Publikation „Unser Montessori-Modell – Erfahrungen mit einem neuen Kindergarten und einer neuen Schule“

1977
Auszeichnung Prof. Hellbrügges mit dem Pestalozzi-Preis

8. Juni 1978
Verleihung des Bayerischen Verdienstordens an Prof. Hellbrügge durch den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Alfons Goppel

1980
Kauf des Grundstücks Heiglhofstraße in Großhadern (19.000 qm) 1981Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande an Prof.                                             Hellbrügge

1982
Erster Spatenstich – Baubeginn des ersten Abschnitts

1983
Genehmigung eines in diesem Umfang in Deutschland einmaligen Schulversuchs: ein Schulverbund aus Grundschule, Hauptschule, Schule zur Lernförderung und Schule zur geistigen Entwicklung. Damit durften erstmals Schülerinnen und Schüler ohne und mit Behinderungen unterschiedlicher Art gemeinsam unter einem Dach bzw. innerhalb einer Klasse unterrichtet werden.

1985
Umzug der Schule vom Olympiapark nach Großhadern

1985
Umzug der klinischen Einrichtung nach Großhadern

26.10.1985
Erste Einweihung des Kinderzentrums durch Monika Hohlmeier in Vertretung des Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß

29.10.1986
Besuch der Aktion Sonnenschein durch Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker

05.11.1986
Besuch der Aktion Sonnenschein durch Lady Diana

07.01.1987
Inbetriebnahme der Ambulanz des Kinderzentrums

1987
Richtfest des Kinderzentrums

1987
Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes an Prof. Hellbrügge durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker

Mitte Juni 1987
Besuch der Aktion Sonnenschein durch die Zauberer Siegfried & Roy

19.03.1988
Festakt 20 Jahre Aktion Sonnenschein in der Münchner Residenz

08.07.1988
Besuch der Aktion Sonnenschein durch Michael Jackson

27.10.1988
Kirchliche Einweihung des Kinderzentrums durch Friedrich Kardinal Wetter und Landesbischof Johannes Hanselmann

28.10.1988
Richtfest der Deutschen Akademie für Entwicklungsrehabilitation und des Instituts für Soziale Pädiatrie am Kinderzentrum

1989
Endgültige Einweihung des gesamten Komplexes/ Kinderzentrum München

1990
Auszeichnung mit der Bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste

1991
Gründung der Theodor-Hellbrügge-Stiftung zur Förderung der Sozialpädiatrie in Wissenschaft, Forschung und Lehre

1994
Publikation „Erlebte und bewegte Kinderheilkunde. Wissenschaftliche und praktische Grundlagen zur Gründung des Instituts und des Lehrstuhls für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin der Universität München“

1996
Ende des Schulversuchs und seiner wissenschaftlichen Begleitung: Einigung auf eine Schulform, die eine Weiterführung der pädagogischen Arbeit ermöglichte, aber ins bayerische Schulrecht passte: „Privates Sonderpädagogisches Förderzentrum der Aktion Sonnenschein e.V., Schule für Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf“

2000
Verleihung der Medaille „München leuchtet“ in Gold an Prof. Hellbrügge

2003
Aktion Sonnenschein wird Stiftung, Verein wird Förderverein

2003
Publikation „Bindung und Trauma. Risiken und Schutzfaktoren für die Entwicklung von Kindern“

2008
Auszeichnung Prof. Hellbrügges mit dem Otto-Heubner-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.

2009
Auszeichnung Prof. Hellbrügges mit der Paracelsus-Medaille der Deutschen Ärzteschaft

2010
Auszeichnung der Montessori-Schule mit dem Jakob Muth-Preis für inklusive Schule, verliehen von der Deutschen UNESCO-Kommission e.V., der Bertelsmann Stiftung und der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

29.09.2011
Besuch der Heilpädagogischen Tagesstätte und des Kindergartens durch die Sozialministerin Christine Haderthauer

04.10.2013
Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an die Montessori-Schule

21.01.2014
Tod Prof. Dr. Hellbrügges

2015
Erster Spatenstich und Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau der Montessori-Schule

2016
Einweihung des Erweiterungsbaus durch Schirmherrin Karin Seehofer und Übergabe der Schirmherrschaft für den zweiten Bauabschnitt an Paul Breitner

2016
Umzug der Montessori-Schule und des Kinderhauses von der Reutberger Straße nach Großhadern

2017
Beginn des zweiten Bauabschnitts

2018
Festjahr 50 Jahre Aktion Sonnenschein

Aktuell befinden sich die folgenden Einrichtungen am Montessori Zentrum der Vielfalt in der Heiglhofstraße:
– Montessori-Integrationskindergarten: Insgesamt 45 Kinder in drei Gruppen zu jeweils 15 Kindern
– Montessori-Schule: Insgesamt knapp 600 Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf an Grundschule, Sekundarstufe und Berufsschulstufe
– Heilpädagogische Tagesstätte: Insgesamt 64 Kinder und Jugendliche mit geistiger oder Mehrfachbehinderung

Den Betrieb der drei pädagogischen Einrichtungen organisieren und gestalten die Gemeinnützige Schul-GmbH und die Stiftung Aktion Sonnenschein gemeinsam.

Präambel der gemeinnützigen Schul-GmbH

Der Wandel unserer Gesellschaft hin zu einer Informations-, Wissens- und Kommunikationsgesellschaft betrifft in besonderem Maße die Bildungseinrichtungen. Lebenslanges Lernen und die beständige „Arbeit an sich selbst“ werden zu  zentralen Aufgaben. Die Pluralisierung von Lebensformen und- entwürfen, das Navigieren in ungewissen sozialen und beruflichen Umgebungen, die Fähigkeit aus dem Vielerlei der Optionen auszuwählen schaffen eine Verpflichtung zur Selbstverantwortung in allen Lebensbereichen.

Einrichtungen, die sich mit Erziehung, Förderung und Bildung von Kindern und Jugendlichen befassen sind aufgefordert, jenes Wissen und Können zu vermitteln, das Kindern und Jugendlichen ein selbst bestimmtes und sinnerfülltes Leben in Zukunft ermöglicht. Hierbei geht es um den Aufbau persönlicher Souveränität im Umgang mit den Anforderungen des Lebens und den eigenen Grenzen.

Die Gemeinnützige Schul GmbH will die ihr anvertrauten Menschen befähigen, auf sicheren und gerechten Wegen durch ihre (Lebens-)Geschichte zu gehen und in Begegnung und Auseinandersetzung individuellen und gemeinsamen Sinn zu gewinnen.

Die Wege dorthin sind vielfältig, voller Widersprüche und Stolpersteine. „Menschenbildner“ wissen darum und gestalten Lern- und Entwicklungsumgebungen flexibel und alterszentriert unter Berücksichtigung des sozialen Kontextes.

Dies bedeutet eine radikale Absage an eindimensionale Konzepte und Methoden und eine Hinwendung zu einer Pädagogik der Vielfalt. Deshalb sind Individualisierung, Differenzierung und Integration entscheidende Merkmale von Bildung und Förderung. Integration ist ein ständiger Prozess. Sie steht im Bemühen, Vieldeutigkeiten auszuhalten, Unterschiede kommunizierbar zu machen und die Vorläufigkeit von Lösungen anzuerkennen.

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