Stiftung2018-09-17T12:28:05+00:00

Stiftung Aktion Sonnenschein

Hilfe für das mehrfach behinderte Kind

Die Stiftung
oder: Wo die Fäden zusammenlaufen

Der Stiftung Aktion Sonnenschein – Hilfe für das mehrfach behinderte Kind wurden bei ihrer Gründung viele Ziele und Aufgaben mitgegeben. Mehr als sie (derzeit) finanziell zu leisten vermag. Im Wesentlichen gibt es zwei Gründe dafür:

  1. Sollte es in der Zukunft nicht mehr nötig sein bestimmte Dinge zu fördern, weil sie z.B. Standard geworden  sind (im Falle der Integration von Kindern mit und ohne Behinderungen sind wir ja schon ein gutes Stück weitergekommen) und der Staat sein System umstellt, soll sich die Stiftung auf Bereiche konzentrieren können, wo der Handlungsbedarf noch größer ist.
  2. Die pädagogischen Einrichtungen sind seit langem das Kernstück der Aktivität der Aktion Sonnenschein. Leider ist der Unterhalt und der weitere Ausbau sehr kostenintensiv. Um der Verantwortung gegenüber den Kindern und deren Eltern gerecht zu werden konzentrieren wir uns zunächst auf deren Erhalt und weiteren Entwicklung.

Die Aufgaben
oder: Was wir tun wollen

Die Stiftung Aktion Sonnenschein – Hilfe für das mehrfach behinderte Kind verfolgt den Zweck, behinderten und von Behinderungen bedrohten Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden möglichst umfassend zu dienen, um

  • Behinderungen möglichst zu vermeiden, (drohende) Behinderungen möglichst frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegen zu wirken,
  • vorhandene Behinderungen oder deren Auswirkungen durch medizinische, psychologische, therapeutische, pädagogische oder ähnliche Maßnahmen zu verringern, zu lindern –oder soweit möglich– zu beheben,
  • kompensatorische Fähigkeiten aufzubauen,
  • Selbständigkeit und Unabhängigkeit zu erlangen,

um damit zur Entfaltung aller Anlagen und Befähigungen beizutragen, die Integration in die Gesellschaft und in das Arbeitsleben zu fördern, insbesondere die Grundlage für die soziale und berufliche Eingliederung zu schaffen und Menschen mit Behinderung zu einem erfüllten Leben zu verhelfen.

Die Maßnahmen
oder: Was wir konkret machen

Die Stiftung Aktion Sonnenschein benötigt derzeit nahezu ihre gesamte Kraft, um die Angebote  der „Gemeinnützigen Schul-GmbH der Aktion Sonnenschein“ in der bisherigen Form aufrecht erhalten zu können. Es ist das erklärte Ziel, dass in absehbarer Zeit die Schul-GmbH von der Stiftung wirtschaftlich weitgehend unabhängig wird.

Die Finanzierung
oder: Wie wir bezahlen, was wir tun

Die Stiftung Aktion Sonnenschein kann auf Erträge des Stiftungsvermögens zurückgreifen. Der weitaus größte Teil ihres Vermögens wurde in Immobilien investiert, die der Schul-GmbH kostenlos zur Verfügung gestellt  werden. Für den laufenden Betrieb ist die Stiftung Aktion Sonnenschein somit auf Spenden, Schenkungen, Erbschaften und Sponsoreneinnahmen angewiesen.

Seit ihrem Bestehen haben sich immer Menschen gefunden, welche die wichtige Arbeit der Aktion Sonnenschein unterstützt haben.

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Die Geschichte
oder: Wie wir entstanden sind

1968 erfolgte die Gründung der „Aktion Sonnenschein – Hilfe für das mehrfach behinderte Kind e.V.“ durch den Kinderarzt Prof. Dr.med. Dr. hc.mult.Theodor Hellbrügge.

„Mit dieser Gründung wurde ein völlig neuer Weg der Behindertenhilfe beschritten, bei dem nicht eine spezifische Schädigung oder Behinderung, sondern die Hilfe für mehrfach und verschiedenartig behinderte Kinder in den Mittelpunkt gestellt wurde. … Der unmittelbare Anlass zu dieser Gründung lag in den Ergebnissen systematischer Forschungen, aber nicht bei behinderten, sondern bei gesunden Kindern.“ 1

Der Begriff „Kinderzentrum“ bringt zum Ausdruck, dass nicht eine besondere Erkrankung oder Behinderung im Mittelpunkt steht, sondern das Kind. Damit ist auch die umfassende, interdisziplinäre Förderung eines jeden Kindes – mit oder ohne Behinderung – verbunden. Deshalb arbeiten Kinderärzte, Kinderpsychologen, Heilpädagogen, Sonderpädagogen, Erzieher, Sprach- und Musiktherapeuten wie auch Sozialarbeiter zusammen, um den Bedürfnissen des Kindes gerecht werden zu können. Wissen, das häufig bei der Arbeit mit Kindern mit Behinderungen erworben wird, ist oft auch für Kinder ohne eine Behinderung relevant.

Noch im selben Jahr wurde der erste Kindergarten in der Güllstrasse gegründet, den Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam besuchen konnten – die Integration wurde Wirklichkeit! In den parallel entstandenen medizinisch-psychologischen Abteilungen des Kinderzentrums München wurden 1970 schon über 1500 Kinder betreut.

1971 wird ein Schulversuch in Aussicht gestellt, der Integration auch in der Schule Wirklichkeit werden lässt – ein Meilenstein in der deutschen Pädagogik! Die Aktion Sonnenschein setzte diese Möglichkeit sofort mit einer Gastklasse im Dantegymnasium um.

1972 konnte das Schulgebäude in der Reutberger Strasse bezogen werden.

1973 „Da sich das Prinzip der gemeinsamen Erziehung behinderter und gesunder Kinder auch aus der Sicht unserer Eltern als erfolgreich erwiesen hat, …war die Modellschule in der Reutbergerstraße mit vier Klassen und zwei Kindergartengruppen bald zu klein geworden. Deshalb haben wir seit 1973 das ehemalige Bauzentrum im Olympiapark am Willi-Gebhardt-Ufer gemietet.“ 2

Die Qualität der Arbeit und die dabei gewonnen Erkenntnisse führten zu einem Zulauf, der – insbesondere finanziell – nicht mehr bewältigt werden konnte. Deshalb übernahm 1974  der Bezirk Oberbayern den medizinisch-psychologischen Teil der Aktion Sonnenschein. So „…entstand die erste Sozialpädiatrische Klinik, in der neue Programme der Frühdiagnostik, Frühtherapie und frühen sozialen Eingliederung vor allem für … mehrfach und verschiedenartig behinderte Kinder…“ 3

Durch den großen Erfolg der Aktion Sonnenschein wuchs auch der Raumbedarf. Deshalb wurde1985 in Großhadern das „Kinderzentrum“ in Betrieb genommen. Hier sind die Einrichtungen der Aktion Sonnenschein, ein Kindergarten/SVE, eine Integrationsschule und eine Heilpädagogische Tagesstätte in direkter räumlicher Nachbarschaft zum sozialpädiatrischen Zentrum und zur sozialpädiatrischen Klinik des Bezirks Oberbayern, zum Institut für Soziale Pädiatrie der Universität München und der Deutschen Akademie für Entwicklungsrehabilitation. Die räumliche Nähe, die kurzen Wege zwischen den verschiedenen Disziplinen ermöglichten es, „das Kind in das Zentrum“ zu stellen.

2003 erfolgte die Gründung der „Stiftung Aktion Sonnenschein – Hilfe für das mehrfach behinderte Kind“ um die Erfolge langfristig zu sichern. Die pädagogischen Einrichtungen wurden dabei in eine eigene gemeinnützige GmbH ausgegliedert. Damit wird den gestiegenen organisatorischen Anforderungen Rechnung getragen

evtl. weitere Meilensteine in den letzten Jahren???

1 (20 Jahre Aktion Sonnenschein und Kinderzentrum München, Jahresbericht 1988, S. 7, München 1988)
2 (Sonnenschein-Report 1976 für das Kinderzentrum München, S. 15)
3 (20 Jahre Aktion Sonnenschein und Kinderzentrum München, Jahresbericht 1988, S. 11, München 1988)

Präambel der gemeinnützigen Schul-GmbH

Der Wandel unserer Gesellschaft hin zu einer Informations-, Wissens- und Kommunikationsgesellschaft betrifft in besonderem Maße die Bildungseinrichtungen. Lebenslanges Lernen und die beständige „Arbeit an sich selbst“ werden zu  zentralen Aufgaben. Die Pluralisierung von Lebensformen und- entwürfen, das Navigieren in ungewissen sozialen und beruflichen Umgebungen, die Fähigkeit aus dem Vielerlei der Optionen auszuwählen schaffen eine Verpflichtung zur Selbstverantwortung in allen Lebensbereichen.

Einrichtungen, die sich mit Erziehung, Förderung und Bildung von Kindern und Jugendlichen befassen sind aufgefordert, jenes Wissen und Können zu vermitteln, das Kindern und Jugendlichen ein selbst bestimmtes und sinnerfülltes Leben in Zukunft ermöglicht. Hierbei geht es um den Aufbau persönlicher Souveränität im Umgang mit den Anforderungen des Lebens und den eigenen Grenzen.

Die Gemeinnützige Schul GmbH will die ihr anvertrauten Menschen befähigen, auf sicheren und gerechten Wegen durch ihre (Lebens-)Geschichte zu gehen und in Begegnung und Auseinandersetzung individuellen und gemeinsamen Sinn zu gewinnen.

Die Wege dorthin sind vielfältig, voller Widersprüche und Stolpersteine. „Menschenbildner“ wissen darum und gestalten Lern- und Entwicklungsumgebungen flexibel und alterszentriert unter Berücksichtigung des sozialen Kontextes.

Dies bedeutet eine radikale Absage an eindimensionale Konzepte und Methoden und eine Hinwendung zu einer Pädagogik der Vielfalt. Deshalb sind Individualisierung, Differenzierung und Integration entscheidende Merkmale von Bildung und Förderung. Integration ist ein ständiger Prozess. Sie steht im Bemühen, Vieldeutigkeiten auszuhalten, Unterschiede kommunizierbar zu machen und die Vorläufigkeit von Lösungen anzuerkennen.

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